Rundschild, DIY-Set— Wikingerschild mit jahrhundertealter Geschichte, zum Selbermachen
Der Bausatz enthält alles, was Du brauchst, um einen Schild zu erstellen, der historische Vorbilder von Rundschilden millimetergenau nachbildet — so wie sie bei Slawen, Skandinaviern und Germanen im Gebrauch waren.
Wir verwenden kein gebogenes Sperrholz oder moderne Mehrschichtplatten — nur massives Fichtenholz!
In der Produktgalerie kannst Du ein Beispiel eines fertigen Rundschildes sehen.
Wir bieten Dir auch gerne weitere Bausätze zur Schildherstellung an:
Inhalt des Sets zur Herstellung von einem Rundschild
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Runde Schildrohling aus massiven, miteinander verleimten Brettern
Maße:
- Durchmesser: 75 cm
- Dicke: 1,5 cm
(Da die Schildrohlinge handgefertigt sind, können die Maße leicht abweichen)
Die Verleimung des Massivholzes ist so ausgeführt, dass die Festigkeit der Leimfugen die Festigkeit der Holzfasern übertrifft. Mit anderen Worten: Wenn der Schild im Kampf bricht, verläuft der Riss entlang des Holzes selbst, aber niemals entlang einer geleimten Fuge.
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Schildbuckel
Aus extrem festem Stahl, 2 mm dick, zum Schmieden geeignet
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Griff
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Rohhautstreifen
2,5 m Wildschwein/Rind (Spaltleder) — passend für die Schildgröße
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Nägel
Zur Befestigung von Rohhaut und Griff:
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Schlossnägel S25 – 25 mm: 30 Stk.
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Brettnägel B40 – 40 mm: 4 Stk.
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Brettnägel B50 – 50 mm: 6 Stk.
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Anleitung zur Herstellung eines Rundschildes
Du kannst die Bautipps auch herunterladen
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Weiche den Rohhautstreifen 6 bis 24 Stunden in sauberem Wasser ein, bis er sich leicht biegen und verarbeiten lässt.
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Während die Rohhaut einweicht, kannst Du überlegen, ob Du den Schild bemalen, das Holzoptik verändern möchtest usw. Wenn Du es schlicht magst, kannst Du das Holz zum Beispiel abflammen oder mit Leinöl tränken.
Wichtig!
- Auf eine geölte Oberfläche haftet keine Farbe!
- Bedenke bei der Bemalung, dass der Rohhautstreifen die Seitenkante des Schildes abdecken wird.
- Vergiss bei der Schildgestaltung nicht den Buckel.
3. Reinige den Rohhautstreifen von abstehenden Fusseln. Befestige die Streifen dann mit solchen Klammern wie auf dem Bild.
Wichtig!
- Da die Rohhaut nass ist, wird Wasser vom Schild tropfen — halt ein Handtuch bereit und lege es direkt unter den Rohling.
- Achte darauf, dass die Rohhaut bündig anliegt und keine Falten wirft.
- Spare nicht an Klammern! Je mehr Klammern, desto besser das Ergebnis.
- Du wirst feststellen, dass die Streifenenden überlappen. Schneide diese Überlappung NICHT ab, bevor die Rohhaut getrocknet ist — lass den Schild 48 Stunden in einem warmen Raum trocknen. Die Rohhaut schrumpft beim Trocknen!
4. Sobald Du sicher bist, dass die Rohhaut trocken ist, nicht mehr schrumpft und sich viel härter anfühlt, kannst Du es zurückschneiden. Du kannst die Überlappung auch belassen, wenn sie auf einer kritischen Schlagkante liegt — das macht den Schild noch stärker.
5. Entferne die Klammern und bohre die Nagellöcher in gleichen Abständen voneinander vor.
Tipp: Du kannst entweder alle Klammern auf einmal oder nach und nach entfernen. Wir empfehlen, an beiden Enden des Streifens zu beginnen, um ihn in Position zu fixieren.
6. Beginn mit dem Einschlagen der Nägel.
Tipp:
- Schlag die Nägel nicht zu nah an der Kante des Streifens ein.
- Achte darauf, dass die Nägel auf der Rückseite ebenfalls durch den Streifen gehen.
- Schlag die Spitze jedes Nagels auf der Rückseite um (vernageln).
7. Befestige den Griff.
Bohre dazu 4 Löcher etwa 5 cm von beiden Enden des Griffs vor. Du kannst die Nägel auf der Rückseite umschlagen oder so einschlagen, dass die Spitze nicht auf der anderen Seite hervorschaut — dann müssen sie gekürzt werden. In diesem Fall wird außerdem empfohlen, Holzleim zwischen Schild und der Auflagefläche des Griffs aufzutragen.
8. Fast fertig! Jetzt der Buckel. Lege den Schild mit der Vorderseite zu sich hin vor sich hin. Setze den Buckel über das Mittelloch und richte ihn mittig aus. Bohre die Löcher in den Schild vor.
Achte darauf, dass die vorgebohrten Löcher auf der Rückseite ober- und unterhalb des Griffs entstehen.
Es wird empfohlen, die Nägel ganz durchzuschlagen und die Enden auf der Rückseite umzubiegen.
Gratulation! Dein Wikinger-Rundschild ist fertig!
Historische Hintergründe
Der Rundschild ist ein wahrer Langlebiger auf dem Schlachtfeld. Er war im frühen Mittelalter und später beliebt, wird aber besonders stark mit den Kriegern Nord- und Osteuropas verbunden: Slawen, Germanen und Skandinaviern. Ja, denselben Skandinaviern, unter denen sich auch die Wikinger befanden — wobei Wikinger kein Volk, sondern eher ein „Handwerk“ waren: So nannte man diejenigen, die zur See fuhren, um Beute und Ruhm zu erlangen. Aber sie alle teilten einen Schild — rund, leicht und böse im Aussehen.
Um ehrlich zu sein, galt der Rundschild nie als Familienerbstück. Im Gegenteil — er war ein Verbrauchsmaterial. In der Regel waren die Schilde robust genug, um ein paar heiße Gefechte zu überstehen, und billig sowie einfach genug in der Herstellung, dass ein Zimmermann vor einem neuen Feldzug ein Dutzend davon in ein paar Tagen zusammenzimmern konnte.
Die Veredelung des Schildes hing vom Geldbeutel und Gewissen des Besitzers ab: Manche bezogen ihn stolz mit Rohhaut und bemalten ihn mit leuchtenden Mustern — ein solcher Schild konnte sowohl einen Schlag abfangen als auch den Feind erschrecken; andere bemalten die Bretter einfach mit Ocker oder Ruß; und die Praktischsten (oder die Ärmsten) gingen sogar mit einem nackten, unbehandelten Stück Holz in den Kampf — das hielt allerdings nicht lange: Es wurde nass, riss und fiel nach der ersten ernsthaften Schlacht auseinander.
Genau diese Kombination aus Einfachheit, Zuverlässigkeit und günstigen Kosten machte den Rundschild zum wahren Arbeitstier des mittelalterlichen Europas.












