Kokle aus Lettgallen — wenn jede Saite wie eine Geschichte klingt
Lieferumfang:
11-saitige lettgallische Kokle
Passende Tasche zum Instrument
Stimmschlüssel
Ein Set Ersatzsaiten
Gurtringe für das Befestigen eines Gurtes zum Umhängen
Wir geben 3 Jahre Garantie!
Inkl. Versand (innerhalb Europa / Für Lieferung in Drittländer zzgl. Versand; bitte per E-Mail kontaktieren)
Technische Details
Material:
Korpus: Erle
Soundboard/Deckel: Fichte
Andere Details: Rotholz
Wirbel: Ahorn
Maße:
Länge: 790 mm
Breite: 200 mm
Gewicht: 1,2 kg
(Größe, Farbe, Holzstruktur und Gewicht können leicht abweichen, da die Instrumente handgefertigt sind)
Stimmung:
A3 B3 C#4 D4 E4 F#4 G4 A4 B4 C#5 D5 – A-Dur (↓7)
Saitendurchmesser:
A3 — 0,50 mm
B3 — 0,50 mm
C#4 — 0,45 mm
D4 — 0,45 mm
E4 — 0,45 mm
F#4 — 0,40 mm
G4 — 0,35 mm
A4 — 0,35 mm
B4 — 0,30 mm
C#5 — 0,30 mm
D5 — 0,30 mm
Ersatzsaiten kannst du hier wählen.
Tips & Tricks
Um auf der Kokle Musik zu machen, muss man weder Noten lesen können noch Erfahrung mit anderen Musikinstrumenten haben! Alles, was Sie brauchen, ist das Instrument selbst, ein Stimmschlüssel und ein Stimmgerät.
Stimmung
Zum Stimmen der Kokle benötigst Du das Instrument selbst, einen Stimmschlüssel und ein Stimmgerät. Ein Stimmgerät ist ein Gerät zum Stimmen von Musikinstrumenten. Du kannst es entweder separat in einem Musikgeschäft kaufen oder eine App auf Ihr Telefon herunterladen. Wir verwenden die App CarlTune, die die bei Google Play und App Store erhältlich ist.
Das Instrument wird wie folgt gestimmt: Die erste Saite wird auf den Ton A gestimmt. Schalte das Stimmgerät ein, zupfe die Saite und schaue, ob der Pfeil des Stimmgeräts auf dem Ton A steht. Wenn der Pfeil nicht die richtige Position erreicht, der Ton also zu tief ist, muss die Saite gespannt werden. Dazu nimm den Stimmschlüssel und drehe damit den Wirbel der ersten Saite vorsichtig im Uhrzeigersinn. Während Du den Wirbel drehst, wird der Ton höher und der Zeiger bewegt sich näher an die gewünschte Anzeige.
Sobald der Pfeil auf dem Ton steht und blau aufleuchtet, bedeutet dies, dass die Saite gestimmt ist. Wenn die Saite zu fest gespannt ist, der Ton also höher als der gewünschte Ton ist, musst Du den Wirbel gegen den Uhrzeigersinn drehen, um die Spannung der Saite zu verringern und den Ton zu senken. Achte auf die Zahl neben der Tonbezeichnung: Die Zahl ist die Nummer der benötigten Oktave. Neben dem Ton A sollte die Zahl 3 stehen.
Der Vorgang zum Stimmen der übrigen Saiten ist derselbe wie beim Stimmen der A-Saite. Die zweite Saite wird auf den Ton B3 gestimmt, die dritte auf C#4, die vierte auf D4, die fünfte auf E4, die sechste auf F#4, die siebte auf G4, die achte auf A4, die neunte auf B4, die zehnte auf C#5, die elfte auf D5.
Wie halte ich das Instrument?
Traditionell wird die Kokle auf einen Tisch oder auf den Schoß gelegt; zum Spielen im Stehen wird das Instrument mit einem Riemen um den Hals gehängt.
Wie spiele ich das Instrument?
Es gibt zwei Spielweisen: Zupfen und Strumming (Klimpern).
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Zupfen: Verschiedene Saiten werden mit den Fingern beider Hände gezupft.
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Strumming: Wenn das Instrument als Begleitung eingesetzt wird (beispielsweise für Gesang), kommt die Strumming-Technik zum Einsatz: Der Zeigefinger der rechten Hand schlägt alle neun Saiten an, während die Finger der linken Hand gezielt bestimmte Saiten dämpfen, um die Harmonie zu steuern.
Heutzutage werden beide Spielweisen gleichzeitig angewendet. Die tiefste Saite wird nicht abgedämpft, da sie die Funktion eines Borduns erfüllt.
Historische Informationen
Die Kokle (oder „Kokles“ in der älteren Form) ist ein traditionelles lettisches Zupfinstrument und eines der wichtigsten Symbole der lettischen Kultur.
Traditionell hatte das Instrument zwischen 5 und 11 Saiten, während spätere Varianten des Instruments bis zu 50 oder mehr Saiten haben können.
Wie bei den meisten alten Musikinstrumenten ist die Geschichte der Kokle voller Kontraste, mit schwierigen und günstigen Perioden.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts galt die Kokle beispielsweise als ausschließlich männliches Instrument. „Seit jeher gab es dieses Instrument in fast jedem Bauernhaus. Abends, nach der ganzen Arbeit, kam der Bauer herein, nahm das Instrument, stellte es auf den Tisch und empfand schon beim bloßen Berühren der Saiten Freude“, erzählt Valdis Muktupāvels, ein lettischer Ethnomusikologe, Musiker und Komponist.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts geriet das Instrument jedoch allmählich außer Gebrauch — die einzigen verbliebenen Zentren der Kokle-Tradition in Lettland waren die Regionen Kurzeme und Lettgallen. Im Laufe der Geschichte entwickelten beide Zentren ihre eigene Herstellungstechnik und Spielweise: Kurzemische Kokles sind mit Schnitzereien und Ornamenten verzierte Instrumente ohne „Flügel“, mit weniger Saiten, auf denen traditionell gezupft wird; Lettgallische Kokles sind minimalistische Instrumente mit einem „Flügel“, schwerer. Auf ihnen wird traditionell geschlagen (geklimpert). In den 1950er Jahren gelang es Fachleuten, Träger der Kokle-Spieltraditon in einigen Bezirken Lattgallens aufzunehmen, was den deutlichen Unterschied in den Spielstilen der lettgallischen und kurzemischen Musiker klar zeigte.
Ab den 1980er Jahren erlebte das traditionelle Instrument eine Wiederbelebung, und es entstanden Ensembles mit traditionellen Kokles, die hauptsächlich aus Frauen bestehen. Eine große Rolle bei der Wiederherstellung der Kokle-Tradition spielte Jānis Porītis, ein gebürtiger Kurzemer und Traditionsträger, der Ethnographen und Folkloristen sein Wissen darüber vermittelte, wie man dieses traditionelles Instrument baut und wie man darauf spielt.
In den 1940er Jahren entstand dank Sergei Michailowitsch Krasnoperow ein grundlegend neues Instrument — die Konzertkokle (eine modernisierte Version des traditionellen Instruments). Diese Form des Instruments ermöglichte das Spiel in Orchestern, Ensembles und die Aufführung klassischer Musik.
Interessant ist, dass die Kokle in der lettischen Kultur manchmal „Dieva kokles“ — „göttliche Kokle“ oder „Zelta kokles“ — „goldene Kokle“ genannt wird. Im Jahr 1613 wurde das Instrument erstmals in den Annalen des Rigaer Jesuitenkollegs schriftlich erwähnt. In diesem Dokument erscheint das Instrument in einem Protokoll unter dem Namen „dieva kokle“, da im Volksbewusstsein die Musik der Kokle mit dem Göttlichen und den Naturkräften verbunden war. Es wird angenommen, dass dies der Grund dafür war, dass Ernst Glück in seiner lettischen Übersetzung der Bibel das in der Heiligen Schrift erwähnte Instrument namens „Kinnor“ (in der Bibel als Instrument zum Lobpreis Gottes beschrieben) als „Kokle“ übersetzte.





